Kroschka hat geschrieben:Vor ca.vier Jahren habe ich hier im Forum zu lesen bekommen:" es ist besser ein schlechtes Zeugnis zu haben als gar keins" und es stimmt.
Das sehe ich genauso, Fabrice! Wenn es einmal wirklich kaltblütig betrachtet, ist ein aktuelles Zeugnis ja zunächst einmal der Beweis, dass Du nicht schon längst von der Schule geflogen bist... oder aus freien Stücken die Segel gestrichen hast. Das könnte man nämlich annehmen, wenn die Dokumentation vor längerer Zeit abgerissen zu sein scheint. So zeigst Du immerhin, dass Du schultechnisch noch am Ball bist... und überhaupt auf dem Weg zum Fachabitur zu sein, heisst ja schon einmal nicht nichts! Ein
gutes würde zwar selbstverständlich mehr Eindruck machen... aber "geschafft" wäre ja erst einmal "geschafft"...
Mitnehmen würde ich es also auf jeden Fall. Zweiter wichtiger Punkt: Ich würde mich
NICHT herauszureden versuchen... sondern einfach akzeptieren, dass Dein Gesprächspartner beim Punkt "Schulleistungen" ein dickes fettes "Minus" auf seinem Block notieren wird. Das ist ein Schlag, den Du kassierst - aber noch lange nicht der ganze Kampf! Von daher kannst Du m. E. nichts Klügeres machen, als möglichst schnell zu einem anderen Thema zu kommen - und das wiederum wird Dir am ehesten und besten gelingen, wenn Du keine grosse Diskussion um Deine Noten anzettelst. Es wird nämlich ganz bestimmt
NICHT so sein, dass Deine Argumente ("Privatstress" oder was auch immer) das letzte Wort sind! Sie werden im besten Fall weitere Fragen auslösen... und wenn Du Pech hast, redet Ihr die ganze Zeit über nichts anderes mehr. Gewinnen kannst Du damit nichts. Das "Minus" als Fazit in dieser Rubrik bleibt unter allen Umständen... selbst, wenn es vielleicht ein bisschen kleiner wird.
Ich denke Du solltest versuchen, diesem "Minus" möglichst viele "Pluspunkte" als Ausgleich gegenüber zu stellen. Das hiesse, auf Rechtfertigungen für die Schule zu verzichten und die verbleibende Zeit stattdessen für die Dinge zu nutzen, die für Dich sprechen. Was könnte das sein? Darüber würde ich jetzt nachdenken: Über die Eigenschaften, Erfahrungen etc., aus denen man schliessen könnte, dass Du Dich im Krankenhaus nützlich machen würdest! Darauf solltest Du Dich konzentrieren! Man braucht im Krankenhaus (wie überall) nur wenige Häuptlinge... und viele Indianer. Nur eine Stationsleitung... und viele, die die Betten machen etc. Das geht notfalls auch mit schwachem Fachabitur, wenn die Einstellung stimmt...
Wenn Du sehr gut vorbereitet bist und ein bisschen Glück hast, könnt Ihr das Gespräch vielleicht sogar mit Deiner Motivation und Deinem Wissen über die Krankenhausarbeit beginnen! Vielleicht wird das so spannend für Deine Gesprächspartner, dass niemand Lust hat, sich durch irgendwelche trockenen Unterlagen wie Zeugnisse zu wühlen, anstatt Auge in Auge mit der hochsympathischen Bewerberin zu reden...
Ich bin übrigens ganz ehrlich davon überzeugt, dass eine positive menschliche Ausstrahlung so ein Pluspunkt sein könnte, der dem Minus "Schule" ganz erheblich entgegen wirkt! Jeder Arzt weiss, wie wichtig die Psychologie für den Heilungsprozess ist - und Personal, in dessen Nähe sich Patienten wohl fühlen, ist schon sehr viel wert!