Wie fange ich am besten an?

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
Antworten
anirak
Beiträge: 14
Registriert: 01.10.2006, 12:38

Wie fange ich am besten an?

Beitrag von anirak »

Hallo!

Dank Google stoß ich zu Euch.
Ich weiss nicht,wie ich anfangen soll,irgendwie muss ich in der Berufswelt wieder Fuß fassen und möchte Bewerbungen schreiben,nur ist meine Lage mehr als etwas verzwickt,da ich keine besonderen Kenntnisse,besonderen Beruf habe.
Ich habe Näherin gelernt,habe auch einen Abschluß.
Habe dann von 95 bis 2000 in einer Textilfirma gearbeitet,nur wurde ich dort mehrmals versetzt (mitunter auch aus persönlichen Gründen) zu erst war ich als Näherin tätig,dann in der Kontrolle,im Versand,(um die Ware postfertig einzupacken) dann teilweise im Verkauf und dann half ich auch im Büro bei den Lohnabrechungen aus.

Nun,dann ging die Firma 2000 pleite und die Gewerkschaft (IG Metall) riet mir ich solle mal versuchen einen EU Rentenantrag zu stellen, paar Monate später wurde der auch gehnemigt,bekam dann bis ende 2004 EU Rente. Wurde nicht verlängert,widerspruch abgelehnt.

Ich bekam die Rente deshalb,weil ich damals an sozialer Phobie,angstzuständen und Depressionen litt aufgrund meiner hochgradigen Schwerhörigkeit (seit geburt)
Bin jetzt noch im Erziehungsurlaub bis ende Oktober 06.
Auf dem Arbeitsamt bin ich schon arbeitssuchend gemeldet.

Und nun möchte ich Bewerbungen auf eigenintiative (Blindbewerbung) schreiben,will alle Firmen,die ich kenne anschreiben. Auch wenn die nichts suchen. Das Amt verlangt von mir 5 Bewerbungen,aber soviel Firmen gibt es hier gar nicht,die jemanden suchen. Und die meisten suchen welche von Fach. Und Näherei Firmen gibt es hier so gut wie kaum.
Und wenn dann,möchte ich gerne vermeiden,wieder in der Näherei Fuß zu fassen (mir fällt das nähen sehr schwer) (habe halt andere Talente)

Also versuche ich Firmen anzuschreiben,bin für jeden Job zu haben,egal ob Metallbranche und ich da Teile zusammenschrauben muss,oder im Versand um Ware postfertig zu machen und was es noch halt so gibt.

Nun aber weiss ich nicht,was die Firmen so alles an Arbeit haben.

Ich habe einen schwerbehindertenausweis (100%) bin körperlich fit,ich höre ja nur sehr schwer,aber dank Lippenablesen und mit hilfe meines Hörgerätes kann ich die Umwelt gut verstehen und auch sehr gut reden. (kann keine Gebärdensprache rede ganz normal).
Verkäufer jobs und Öffentlickkeits Job,kommen wegen der Verständiung nicht in Frage.

So und nun meine Fragen:

1. Muss ich in der Bewerbung angeben das ich schwerbeschädigt bin?( einserseits gibts ja auch Firmen,die damit die "strafzahlung" vermeiden wollen,wenn sie mindesten 1 schwerbehinderten einstellen (meine 1. Firma nahm mich ja deswegen)

2. Wie Bewerbe ich mich nun richtig,ohne das eine bestimmte stellenangabe vorhanden ist (also ich bewerbe mich als.... )

3. muss ich wenn ich meine Behinderung angebe,dies in der Bewerbung schreiben oder im Lebenslauf?

4. Muss ich im Lebenslauf angeben,das ich EU Rente bezog und auch schreiben,weshalb ich sie bekam?

5. Wie und wo schreibt man den hin,das man am Tag nur 6 Stunden arbeiten möchte?
Auf Arbeitsamt,habe ich es ja auch angegeben,das ich nur 6 Stunden und keine 8 Stunden arbeiten möchte.

Und sorry,für meinen Roman hier,aber ich denke wenn ich nur meine 5 Fragen gestellt hätte,hätte ja keiner gewusst worum es mir geht.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus für eure Hilfe. Bin auch über weiterführende Links dankbar.



LG
Sira
Beiträge: 75
Registriert: 16.08.2006, 10:48

Beitrag von Sira »

Anirak,

leider weiß ich auf deine Fragen keine Antwort, aber vielleicht ist das hier hilfreich, wenn es um das Angeben deiner Schwerhörigkeit geht:

teamarbeit-fuer-deutschland.de/servlet/PB/menu/1021028/index.html
Caroline
Bewerbungshelfer
Beiträge: 2343
Registriert: 10.03.2004, 17:27

Re: Wie fange ich am besten an?

Beitrag von Caroline »

Hallo anirak,

ich versuche mal, deine Frage zu beantworten. Falls du noch weitere Fragen hast: immer her damit.
1. Muss ich in der Bewerbung angeben das ich schwerbeschädigt bin?( einserseits gibts ja auch Firmen,die damit die "strafzahlung" vermeiden wollen,wenn sie mindesten 1 schwerbehinderten einstellen (meine 1. Firma nahm mich ja deswegen)
Im Vorstellungsgespräch müsste man die Frage danach wahrheitsgemäß beantworten, so dass es empfehlenswert ist, deine hochgradige Schwerhörigkeit in der Bewerbung zu erwähnen. Zumal sich dieser "Nachteil" ja möglicherweise dadurch ausgleichen könnte, dass Firmen eben weger der "Strafzahlung" nach schwerbehinderten Arbeitnehmern suchen.
2. Wie Bewerbe ich mich nun richtig,ohne das eine bestimmte stellenangabe vorhanden ist (also ich bewerbe mich als.... )
"...als Mitarbeiterin in der Produktion/für Büroaufgaben", je nachdem. Wobei ich es nicht für so erfolgversprechend halte, wirklich reine Blindbewerbungen zu verschicken.

Du solltest außerdem deine Bewerbungsstrategie dahingehend abändern, dich nur für Stellen zu bewerben, um einfach "nur" Arbeit zu haben. Ein zweiter Fokus sollte darauf liegen, dich für solche Stellen zu bewerben, die dir auch wirklich Spaß machen würden und die dir eine langfristige berufliche Zukunft sichern können.

Wo siehst du denn selbst deine Talente und Stärken?
3. muss ich wenn ich meine Behinderung angebe,dies in der Bewerbung schreiben oder im Lebenslauf?
Im Anschreiben wäre schon besser, weil du dann - wie du das oben schon gemacht hast - erklären kannst, dass dich deine Behinderung nur geringfügig beeinträchtigt und du dehalb keinen Verkäuferjobs oder ähnliches anstrebst.
4. Muss ich im Lebenslauf angeben,das ich EU Rente bezog und auch schreiben,weshalb ich sie bekam?
Die EU-Rente solltest du angeben. Beim Grund wird es schwierig, weil dich deine Behinderung ja eigentlich nicht beeinträchtigt, und die EU-Rente ja eher wegen einer Folgeerkrankung gewährt wurde. Du könntest den ganzen Sachverhalt erklären, aber dann bräuchtest du ein paar extra Seiten... Deshalb würde ich raten, den Grund erstmal wegzulassen - im Vorstellungsgespräch wird dieser Zeitraum dann aber sicherlich thematisiert.
5. Wie und wo schreibt man den hin,das man am Tag nur 6 Stunden arbeiten möchte?
Auf Arbeitsamt,habe ich es ja auch angegeben,das ich nur 6 Stunden und keine 8 Stunden arbeiten möchte.
Du könntest schreiben, dass du nach dem Erziehungsurlaub langsam wieder im Berufsleben Fuss fassen möchtest und deshalb möglichst nach einer 6-Stunden-Tätigkeit suchst.
anirak
Beiträge: 14
Registriert: 01.10.2006, 12:38

Beitrag von anirak »

@Sira: Danke für Deinen Link.

@Caroline:
"...als Mitarbeiterin in der Produktion/für Büroaufgaben", je nachdem. Wobei ich es nicht für so erfolgversprechend halte, wirklich reine Blindbewerbungen zu verschicken.
Du solltest außerdem deine Bewerbungsstrategie dahingehend abändern, dich nur für Stellen zu bewerben, um einfach "nur" Arbeit zu haben. Ein zweiter Fokus sollte darauf liegen, dich für solche Stellen zu bewerben, die dir auch wirklich Spaß machen würden und die dir eine langfristige berufliche Zukunft sichern können.

Wo sieh Falls du noch weitere Fragen hast: immer her damit.
st du denn selbst deine Talente und Stärken?


Ich weiss,das dies schwierig ist, Blindbewerbungen zu schreiben und das da die Erfolgsquote gering ist.

Aber was soll ich machen,wenn das Arbeitsamt 5 Bewerbungen im Monat verlangt und soviel Firmen suchen hier keine Angestellten.
Also versuche ich es so.

Und in den Zeitungsanoncen oder auf der Arbeitsamt Jobsuche Seite,suchen die meistens nur Arbeiter,die einen Fachabschluß für den bestimmten Beruf haben (CNC Fräser,Maurer,Büro,Kaufmann ) und so weiter.

Wenn ich weiss,das ich diesen eruf nicht ausüben kann,dann bewerbe ich mich nicht,soweit ist es mir schon klar, (also Verkäuferin,Kellnerin)

Jobs die mir spaß machen würden,wäre Metallbranche,zum Beispiel Teile zusammenschrauben,oder Produktion,was mit Holz, oder in der Kontrolle teile kontrollieren oder eben im Versand um Ware versandfertig zu machen (die letzten beiden Tätigkeiten sind mir nicht neu,habe ich ja auch in meiner alten Firma gemacht)

Die EU-Rente solltest du angeben. Beim Grund wird es schwierig, weil dich deine Behinderung ja eigentlich nicht beeinträchtigt, und die EU-Rente ja eher wegen einer Folgeerkrankung gewährt wurde. Du könntest den ganzen Sachverhalt erklären, aber dann bräuchtest du ein paar extra Seiten... Deshalb würde ich raten, den Grund erstmal wegzulassen - im Vorstellungsgespräch wird dieser Zeitraum dann aber sicherlich thematisiert.
Das stimmt,die EU Rente hatte ich ja nicht wegen meiner Schwerhörigkeit bekommen sondern weil ich Probleme hatte und anstatt darüber mit dem chef zu sprechen und um meine Versetzung zu bitten,wurde ich halt Psysisch krank (war eine Zeitlang als Verkäuferin tätig und das packte ich aufgrund meiner Schwerhörigkeit nicht und so kamen halt diese Angstzustäbnde und Depressionen)

Aber inzwischen geht es mir wieder sehr gut und ich kann wieder am normalen Leben teilnehmen.

So,liebe Caroline,ich Danke dir sehr,für Deine Hilfe,komme aber immer wieder gerne auf Dein Angebot zurück,was ich wieder Fragen haben sollte.
Falls du noch weitere Fragen hast: immer her damit.
Liebe Grüße Karina
Benutzeravatar
FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12148
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Beitrag von FRAGEN »

Hallo Anirak!

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Initiativ- und Blindbewerbung: Initiativbewerbung heisst, dass man sich gezielt für eine bestimmte Tätigkeit bewirbt, ohne dass "offiziell" eine Stelle ausgeschrieben ist; bei der Blindbewerbung ist u. U. auch die fachliche Richtung nicht so richtig klar... Die erste Variante ist m. E. sehr viel erfolgversprechender (was, denke ich, auch Caroline sagen wollte)!

Ich an Deiner Stelle würde sozusagen so tun, als wäre meine Wunschstelle (Montagehelferin in einem metallverarbeitenden Betrieb z. B.) ausgeschrieben - und dafür eine gezielte (Initiativ)-Bewerbung schreiben, die ganz konkret auf meine diesbezüglichen Erfahrungen eingeht. Wenn Versandvorbereitung etc. eine Alternative wäre , kannst Du dass ja am Rande einfliessen lassen. Grundsätzlich würde ich aber jede Bewerbung auf ein Hauptthema konzentrieren.

Einfach aus dem Gedanken heraus, im Ganzen einen "sortierten" und zielgerichteten Eindruck zu hinterlassen. Bei einer Bewerbung, die sich so anhört, als wären Dir schon die eigenen Angelegenheiten egal, fragt sich der Arbeitgeber ansonsten schnell, warum seine Angelegeheiten (d. h. vor allem die Arbeit) Dir wichtiger sein sollten...

Wie wichtig ist Dir denn diese 6-Stunden-Sache? Ich frage nur deshalb, weil man diesen Wunsch so deuten könnte, als ob Du in Wirklichkeit doch stärker eingeschränkt in Deiner Leistungsfähigkeit wärst, als Du schreibst... Wenn irgend möglich (d. h. wenn Du Dir "zur Not" auch eine Vollzeit-Stelle vorstellen könntest), würde ich diesen Wunsch erst im Gespräch äussern...
Antworten