Studium mit 35 Jahren beginnen - sinnvoll?
Studium mit 35 Jahren beginnen - sinnvoll?
Hallo allerseits!
Ich würde gerne eure kompetente Meinung hören.
Ich bin jetzt 35 und bis vor kurzem war meine einzige erfolgreiche Ausbildung ein Führerschein der Klasse B, dementsprechend auch mein Lebenslauf, also ein recht trauriges Bild. Nachdem ich im Gymnasium versagt hatte, folgte darauf hin ungefähr 15 Jahre voller Misserfolge, Mindestlöhne und Harzt 4. Vor 2,5 Jahren habe ich mich an einem Abendgymnasium angemeldet um mein gescheitertes Abi nachzuholen. Nun habe ich es mehr oder weniger überraschend mit 1,0 bestanden und ein Maschinenbaustudium im Bereich Automatisierung anvisiert. Im Sommer werde ich ein schönes Vorpraktikum absolvieren und mich an einer Uni meiner Wahl einschreiben. Zwischendurch arbeite ich mal wieder als Auslieferungsfahrer. Im großen und ganzen gebe ich mir jedenfalls Mühe, doch noch etwas aus mir zu machen. Wenn alles gut läuft, werde ich frühestens mit 38 meinen Bachelor, bzw. mit 40 meinen Master fertig kriegen. Natürlich habe ich die Absicht das Studium schnellstmöglich und bestmöglich hinter mich zu bringen. Hier endet auch meine Planung, da ich nicht weiß, wie der Arbeitsmarkt auf mein Alter und meinen traurigen Lebenslauf reagieren wird. Ich gehe aber davon aus, dass ich meine Chancen mit guten Noten, eventueller Praxiserfahrung als Werkstudent und Fremdsprachenkenntnissen etwas verbessern kann. Das Studium will ich aber unbedingt durchziehen. Ich habe das erste mal in meinem Leben das Gefühl zu wissen, was ich tun soll. Ich habe eh nicht viel zu verlieren, denn der Mindestlohn läuft mir in der Zwischenzeit auch nicht weg, bzw. als Auslieferungsfahrer kann ich auch nach dem Studium arbeiten.
Hat jemand von euch Erfahrungen in vergleichbaren Situationen gemacht? Mich würde echt interessieren, was Arbeitgeber über solche Spätzünder wie ich denken und ob man mit 40 noch was reißen kann, immerhin bleiben ja noch über 20 Jahre bis zur Rente. Habt ihr vielleicht Tipps, wie ich meine Chancen verbessern kann? Ich würde mich über jegliche Info freuen und schon mal vielen Dank im Voraus.
Ich würde gerne eure kompetente Meinung hören.
Ich bin jetzt 35 und bis vor kurzem war meine einzige erfolgreiche Ausbildung ein Führerschein der Klasse B, dementsprechend auch mein Lebenslauf, also ein recht trauriges Bild. Nachdem ich im Gymnasium versagt hatte, folgte darauf hin ungefähr 15 Jahre voller Misserfolge, Mindestlöhne und Harzt 4. Vor 2,5 Jahren habe ich mich an einem Abendgymnasium angemeldet um mein gescheitertes Abi nachzuholen. Nun habe ich es mehr oder weniger überraschend mit 1,0 bestanden und ein Maschinenbaustudium im Bereich Automatisierung anvisiert. Im Sommer werde ich ein schönes Vorpraktikum absolvieren und mich an einer Uni meiner Wahl einschreiben. Zwischendurch arbeite ich mal wieder als Auslieferungsfahrer. Im großen und ganzen gebe ich mir jedenfalls Mühe, doch noch etwas aus mir zu machen. Wenn alles gut läuft, werde ich frühestens mit 38 meinen Bachelor, bzw. mit 40 meinen Master fertig kriegen. Natürlich habe ich die Absicht das Studium schnellstmöglich und bestmöglich hinter mich zu bringen. Hier endet auch meine Planung, da ich nicht weiß, wie der Arbeitsmarkt auf mein Alter und meinen traurigen Lebenslauf reagieren wird. Ich gehe aber davon aus, dass ich meine Chancen mit guten Noten, eventueller Praxiserfahrung als Werkstudent und Fremdsprachenkenntnissen etwas verbessern kann. Das Studium will ich aber unbedingt durchziehen. Ich habe das erste mal in meinem Leben das Gefühl zu wissen, was ich tun soll. Ich habe eh nicht viel zu verlieren, denn der Mindestlohn läuft mir in der Zwischenzeit auch nicht weg, bzw. als Auslieferungsfahrer kann ich auch nach dem Studium arbeiten.
Hat jemand von euch Erfahrungen in vergleichbaren Situationen gemacht? Mich würde echt interessieren, was Arbeitgeber über solche Spätzünder wie ich denken und ob man mit 40 noch was reißen kann, immerhin bleiben ja noch über 20 Jahre bis zur Rente. Habt ihr vielleicht Tipps, wie ich meine Chancen verbessern kann? Ich würde mich über jegliche Info freuen und schon mal vielen Dank im Voraus.
Hallo Schalabim,
die AG werden recht unterschiedlich über solche Spätzünder denken. Aber das ist nicht so wichtig: denn du wirst später deine Bewerbungen nicht für alle AG schreiben, sondern nur für solche, die auch Spätzündern offen gegenüber stehen.
Der ultimative ist wohl: nicht im stillen Kämmerlein studieren, sondern relevante Berufserfahrungen nebenher sammeln (als in einem Maschinenbauunternehmen, und nicht "nur" als Auslieferungsfahrer).
die AG werden recht unterschiedlich über solche Spätzünder denken. Aber das ist nicht so wichtig: denn du wirst später deine Bewerbungen nicht für alle AG schreiben, sondern nur für solche, die auch Spätzündern offen gegenüber stehen.
Der ultimative ist wohl: nicht im stillen Kämmerlein studieren, sondern relevante Berufserfahrungen nebenher sammeln (als in einem Maschinenbauunternehmen, und nicht "nur" als Auslieferungsfahrer).
Danke für die Antwort,
mir ist schon klar, dass ich so viel Praxiserfahrung sammeln muss wie es nur möglich ist, dafür müsste ich wahrscheinlich vorerst einige Semester erfolgreich hinter mich bringen um eine passende Stelle zu finden. Momentan wurde mich wohl kaum einer nehmen. Was tolerante Arbeitgeber angeht, muss ich wohl hoffen einen zu finden, wenn es soweit sein wird.
mir ist schon klar, dass ich so viel Praxiserfahrung sammeln muss wie es nur möglich ist, dafür müsste ich wahrscheinlich vorerst einige Semester erfolgreich hinter mich bringen um eine passende Stelle zu finden. Momentan wurde mich wohl kaum einer nehmen. Was tolerante Arbeitgeber angeht, muss ich wohl hoffen einen zu finden, wenn es soweit sein wird.
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- Bewerbungshelfer
- Beiträge: 1961
- Registriert: 20.12.2015, 15:18
Wie vorhin erwähnt, werde ich jetzt ein 8 wöchiges Vorpraktikum bei Siemens im Bereich Metallverarbeitung machen, das für das Studium notwendig ist. Ich hoffe, das ist schon der richtige Fuß in der richtigen Tür, denn irgendwann möchte ich dort eventuell weitere Praktika bekommen oder als Werkstudent arbeiten. Bis zum Studium (Vorkurse) bleibt mir dann knapp ein Monat Zeit um zu arbeiten. Für die kurze dauer stellt mich wohl kaum jemand ein. Nur mein alter Chef, der mich schon kennt.
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- Bewerbungshelfer
- Beiträge: 1961
- Registriert: 20.12.2015, 15:18
Ein Praktikum bei Siemens ist jetzt aber nicht gerade ein Mißerfolg.
Ich wäre jetzt davon ausgegangen, dass es gerade als älterer Bewerber (für dein akademisches Vorhaben) bei einem Großkonzern besonders schwierig wird, ein Praktikum zu erhalten. Aber da kannst du mal sehen.
Du könntest ja auch ein wenig Marktforschung in Eigenregie betreiben, und bei den Personalern von Maschinenbauunternehmen telefonisch nachfragen, wie sie dein Anliegen beurteilen und wie dort die betriebsinternen Vorgaben sind. Das wäre sicherlich interessant für dich. Solche Anfragen könntest du ja auch damit kombinieren, ggf. dort während des Studiums mitzuarbeiten.
Man müsste wohl auch als 40-jähriger Maschinenbauer extrem mobil sein. Also wenn du noch nicht in Süddeutschland wohnen würdest, eben dort hinziehen - oder eben in andere stark industrielle Gebiete.

Ich wäre jetzt davon ausgegangen, dass es gerade als älterer Bewerber (für dein akademisches Vorhaben) bei einem Großkonzern besonders schwierig wird, ein Praktikum zu erhalten. Aber da kannst du mal sehen.
Du könntest ja auch ein wenig Marktforschung in Eigenregie betreiben, und bei den Personalern von Maschinenbauunternehmen telefonisch nachfragen, wie sie dein Anliegen beurteilen und wie dort die betriebsinternen Vorgaben sind. Das wäre sicherlich interessant für dich. Solche Anfragen könntest du ja auch damit kombinieren, ggf. dort während des Studiums mitzuarbeiten.
Man müsste wohl auch als 40-jähriger Maschinenbauer extrem mobil sein. Also wenn du noch nicht in Süddeutschland wohnen würdest, eben dort hinziehen - oder eben in andere stark industrielle Gebiete.