Aaaalso - ich habe mal einen ganz normalen kaufmännischen Beruf gelernt, im Anschluss daran mein Fachabi nachgemacht und dann an einer FH studiert. Das Diplom habe ich nun schon seit über einem Jahr, aber ein Job ist nocht nicht dabei rumgekommen. Für Stellen meinem Studium entsprechend bin ich wohl zu unterqualifiziert, wahrscheinlich aus Gründen wie "keine Berufserfahrung", kein "Auslandsaufenthalt", kein "Durchsetzungsvermögen". Wenn ich mich für Stellen bewerbe, für die ich rein formal überqualifiziert bin, kommt auch schonmal die Rückfrage nach dem Motto ob ich meine Bewerbung ernst meine

Im Moment halt ich mich über Wasser mit einer geringfügigen Beschäftigung und ein wenig ALG II.
Ich habe in dieser Zeit angefangen, Personaler (und das ist der Job, den ich eigentlich machen sollte mit meinem Studium) regelrecht zu hassen. Eine betriebliche Ausbildung und Studium reicht nicht mehr. Man soll mindestens 2 unentgeltliche (versteht sich) Praktika machen, soll im Ausland gewesen sein, soll SAP HR können (würd ich ja gern aber wer zahlt den 3000-4000€ kostenden Kurs?). Hab mich auch schon oft für ein Praktikum beworben. Aber selbst dort ist der Andrang so hoch, dass letztendlich nur elitäre Absolventen eine "Chance" haben.
Wie gesagt, mir ist dieser ganze Bereich mit seinen Unmenschlichkeiten richtig zuwider geworden und ich frag mich wie ich auf den Gedanken kommen konnte, dass das Studium was für mich wäre.
Deswegen trage ich mich schon länger mit dem Gedanken, eine weitere Ausbildung zu machen. Bei der Lektüre regionaler Stellenangebote fällt mir immer wieder auf, dass der kaufmännische Bereich Massen an Azubis sucht und auf der anderen Seite genug Bewerber dafür da sind. Mich macht das irgendwie traurig, weiß ich aus eigener Erfahrung, dass gerade die nach ihrer Ausbildung im Call-Center landen. Zumindest hier im strukturschwachen Norden. Aber das nur am Rande.
Naja, da ich mir eben mittlerweile bewusst bin, dass so ein Bürojob nichts mehr für mich ist, möchte ich gerne einen (eher Männer-) Beruf lernen. Habe da auch schon einen Wunschberuf, der aber leider recht wenig Ausbildungsplätze bietet.
Nun meine Frage: Ist es absolut absurd, dass eine auf die 30 zugehende FH-Absolventin, ohne Kinder, mit eigentlich ursprünglich ganz anderen Berufszielen in Zeiten von Ausbildungsplatzinitiativen etc. sich für einen eher körperlich anstrengenden und gute Mathenoten voraussetzenden Ausbildungsplatz bewirbt?
Ich möchte noch dazu sagen, dass ich meine ersten beiden Ausbildungen nicht gemacht habe weil es mir besonders viel Spaß machte. Es hat sich damals so ergeben, habe mir nicht so viele Gedanken gemacht und glaubte dann etwas "solides" in der Tasche zu haben.
Vielen Dank schonmal!
Gruß
blacksheep