Inhaltlich und strukturell unterscheidet sich eine Bewerbung mit 50 Jahren nicht von Bewerbungen jüngerer Person. Ein Anschreiben ist nicht altersabhängig: Egal, ob du 55, 60 oder 65 Jahre oder deutlich jünger bist.
Daher befasse dich immer mit den grundlegenden Regeln fürs Anschreiben und für den Lebenslauf, die ebenso für 50plus-Bewerber gelten.
In diesem Artikel stellen wir dir darüber hinaus ein paar spezielle Bewerbungstipps für deine Ü50-Bewerbung vor. Und wir klären die Frage, welche Zeugnisse bei Bewerbung ab 50 Jahren sinnvoll sind.
➤ Inhaltsverzeichnis Bewerbung ab 50 plus
- 📌 Ab 50: Berufserfahrungen mit Zukunftsorientierung thematisieren
- Altersmarker in den Formulierungen eliminieren
- Umgekehrt chronologische Reihenfolge im Lebenslauf ab 50
- Übertragbare Fähigkeiten identifizieren und angeben
- Bewerbungsfoto muss auch mit 50 modern sein
- Motivation für Job und Arbeitgeber konkret darstellen
- Lebenslauf mit über 50 nicht zu ausführlich angeben
- Weiterbildungsnachweise nach Relevanz auswählen
- Mit 50 Jahren jederzeit bewerbungsbereit sein
- Zeugnisse bei Bewerbung ab fünfzig
- Stärken von Bewerbern über 50 Jahren
- Zum guten Schluss: Bewerbung ab 50 Jahren
➤ #1 Aktuelle Berufserfahrungen mit Zukunftsorientierung thematisieren
In deinem Anschreiben kannst du aus Platzgründen nicht dein gesamtes Berufsleben aufführen. Das ist logisch, oder?
Stattdessen thematisierst du in deinem Bewerbungsschreiben ab 50 vor allem deine aktuellsten Berufserfahrungen und Erfolge. Welche sind das bei dir? Erstelle jetzt spontan mal eine Liste.
Jobs, die bereits 25, 30 oder 35 Jahre zurückliegen, sind für eine neue Stelle nicht relevant. Es gibt aber natürlich Ausnahmen von dieser Regel.
Zum Beispiel wenn du eine Rückkehr in deinen alten Beruf oder eine Rückkehr zu deinem alten Arbeitgeber anstrebst.
Bei einer Bewerbung mit über 50 Jahren ist wichtig: Beschreibe nicht nur die berufliche Vergangenheit, sondern formuliere zukunftsorientierte Lösungsangebote.
Welchen Nutzen hat der Arbeitgeber ganz konkret von deinem Fachwissen, deinen Stärken und deiner Berufserfahrung?
Achte daher bei deinen Formulierungen im 50plus-Anschreiben auf eine positive und zukunftsgerichtete Wortwahl – vor allem bei den Verben. Dazu gleich mehr.
➤ #2 Altersmarker in den Formulierungen eliminieren
Du willst nicht wegen deines Alters eingestellt werden, aber auch nicht wegen deines Alters diskriminiert werden.
Daher streiche Altersmarker „Trotz meines Alters“ oder „Auch mit 50+“ und vermeide Nostalgieverweise wie „früher haben wir“.
Veraltete Fachbegriffe oder ein übermäßiger Fokus auf Vergangenheit signalisieren unbewusst „veraltetes Denken“. Daher eliminiere implizite Altersklischees.
Du willst in deiner Bewerbung ab 50 Jahren schließlich mit deiner aktuellen Kompetenz überzeugen. Daher benutze am besten einen prägnanten Stil mit Verben wie „gestalten“, „beschleunigen“ oder „transformieren“.
Laut einer Studie ist Altersdiskriminierung bei Recruitern durchaus weit verbreitet.
So finden mehr als die Hälfte der Personaler (58 %) finden Bewerber ab einem bestimmten Alter zu alt, wobei 28 % dies bei 60 Jahren und 20 % bei 55 Jahren ansetzen. 45 % der über 45-Jährigen fühlen sich zumindest manchmal aufgrund ihres Alters diskriminiert.
Denke daran:
Du schreibst deine Bewerbung über 50 Jahre nicht für solche rückständigen Personaler, sondern für moderne Arbeitgeber mit einer altersdiversen Belegschaft.
Denn die rückständigen Arbeitgeber kannst du nicht mit den besten Argumenten überzeugen. Sei froh! Bei solchen Arbeitgebern läuft noch viel mehr schief.
➤ #3 Umgekehrt chronologische Reihenfolge im Lebenslauf ab 50
Deine Einträge im Lebenslauf stellst du in den Kategorien „Berufliche Praxis“ und „Weiterbildungen“ umgekehrt chronologisch dar.
Denn so beginnst du die Kategorien mit den aktuellsten Jobs und Weiterbildungen.
Die Lebenslauf-Kategorie „Berufliche Praxis“ ordnest du dabei vor der Lebenslauf-Kategorie „Weiterbildungen“ und weiteren Kategorien ein.
Eine Alternative ist der thematische Lebenslauf. Diese Lebenslaufart ist bei einer beruflichen Neuorientierung, für einen Branchenwechsel oder nach einer beruflichen Auszeit durchaus sinnvoll.
➤ #4 Übertragbare Fähigkeiten identifizieren und angeben
Deine langjährige Berufserfahrung ist ein unschätzbarer Vorteil, den du gezielt in deiner Bewerbung mit 50 Jahren einsetzen kannst. Ein wichtiger Schlüssel in deiner Argumentation als Ü50-Bewerberin sind dafür deine übertragbaren Fähigkeiten.
Das sind Kompetenzen, die du in einem bestimmten Job erworben hast und die sich flexibel auf andere Branchen, Positionen oder Herausforderungen übertragen lassen. Sie umfassen sowohl Soft Skills als auch fachliche Kompetenzen.
Welche deiner Fähigkeiten könnten den Ausschlag für deinen gewünschten Job geben? Denke darüber doch mal spontan nach.
Du musst für eine Bewerbung ab 50 Jahren nicht alle Arbeitszeugnisse mitschicken, um eine Lückenlosigkeit im Werdegang zu beweisen.
Die Arbeitszeugnisse und sonstigen Nachweise in den Bewerbungsunterlagen sind immer eine Auswahl – besonders wenn du schon ein paar Jahrzehnte Berufserfahrung vorzuweisen hast.
Daher lege deinen Fokus auf die Arbeitszeugnisse und Nachweise der letzten zehn Jahre. Wenn weitere Anlagen notwendig sind, dann wird dir das der Arbeitgeber mitteilen.
Im Einzelfall kannst du vor deiner Bewerbung auch nachfragen, welcher Zeitraum mit Nachweisen und Arbeitszeugnissen in den Bewerbungsanlagen abgedeckt werden soll.
Die Auswahl der Anlagen für eine Bewerbung ab 50 sollte gut durchdacht sein. Wichtige Kriterien sind:
➤ 1. Relevanz der Zeugnisse und Nachweise
Anlagen sollten deine Leistungsfähigkeit, dein Fachwissen und deine Schlüsselqualifikationen belegen.
➤ 2. Aktualität der Dokumente
Je älter ein Zeugnis, desto weniger aussagekräftig ist es. Arbeitszeugnisse, die über zehn Jahre alt sind, sind meist weniger relevant – es sei denn, sie sind die einzigen aussagekräftigen Nachweise.
Du brauchst mit deiner Bewerbung ab 50 Fall keine Zeugnisse von 1990, 1995 oder 2000 mitsenden. Denn sie sagen nichts über deine aktuelle Leistungsfähigkeit aus.
Daher verlangen seriöse Arbeitgeber solche alten Zeugnisse normalerweise auch nicht.
➤ 3. Dauer des Jobs oder der Weiterbildung
Längere Arbeitsverhältnisse und Weiterbildungen sind wichtiger als kurze. Ein mehrjähriges Arbeitszeugnis kann auch nach längerer Zeit relevanter als ein aktuelles Arbeitszeugnis über drei Monate sein.
Die Sichtweise, dass du als Bewerberin mit Zeugnissen die Lückenlosigkeit deines Werdegangs beweisen müssen, ist sehr veraltet und in der modernen Arbeitswelt realitätsfremd.
➤ 4. Berücksichtigung der Leistungen
Nicht alle Zeugnisse müssen beigefügt werden. Schlechte Zeugnisse können weggelassen werden, sofern sie nicht explizit gefordert sind. Allerdings sollten notwendige Nachweise, wie ein geforderter Schulabschluss oder aktuelle Arbeitszeugnisse, nicht fehlen.
➤ #5 Bewerbungsfoto muss auch mit 50 modern sein
Du weißt, dass du heutzutage kein Bewerbungsfoto mehr in einer Bewerbung mitschicken musst. Wenn du allerdings bei deiner Bewerbung ab fünfzig ein Foto mitschicken willst, dann sollte es aktuell sein.
Beachte dabei:
Du musst dich für dein Bewerbungsbild nicht „verjüngen“. Denn „Jungsein“ ist kein Wert an sich. Bleibe stattdessen authentisch!
Und:
Überlege vorher und zusammen mit einer Bewerbungsfotografin, wie du als 50plus-Bewerberin positive Eigenschaften von dir bildlich vermitteln kannst.
Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes stieg die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen stieg von 62 % im Jahr 2012 auf 72 % im Jahr 2021, was über dem EU-Durchschnitt von 60 % liegt. Für 65- bis 69-Jährige stieg die Erwerbstätigenquote von 11 % auf 17 %.
Das heißt: Auch ältere Menschen finden leichter einen Job als früher. Investiere so viel Zeit und Mühe wie möglich, damit du eine Stelle findest, die am besten zu deinen Wünschen passt.
➤ #6 Motivation für Job und Arbeitgeber konkret darstellen
Du musst dich im Anschreiben nicht für dein Alter rechtfertigen.
Denke mehr in eine andere Richtung, die einen positiven Hintergrund hat: deine Motivation.
Daher lasse deine Motivation in deiner Bewerbung mit 50 Jahren leuchten. Denn Arbeitgeber möchten schließlich wissen, warum du dich gerade jetzt um diese Stelle bewirbst.
Vielleicht reizt dich die Aufgabe oder der Arbeitgeber passt perfekt zu deinen Werten. In diesem Artikel erfährst du mehr darüber: warum diese Firma bzw. dieser Arbeitgeber?
Die nachvollziehbare Darstellung deiner Motivation macht dich glaubwürdig und zeigt, dass du nicht einfach nur irgendeinen Job suchst.
Aber Vorsicht:
Es besteht keine Pflicht, dass du darauf deiner Bewerbung mit über 50 Jahren eingehst. Es ist ein freiwilliges Element zur Gestaltung und Argumentation im Anschreiben.

➤ #7 Lebenslauf mit über 50 nicht zu ausführlich angeben
Dein Lebenslauf muss als Bewerber mit 50, 55 oder 60 Jahren nicht komplett ausführlich und vollständig sein. Dazu gibt es ebenfalls keine Pflicht!
Was du 1990, 1995 oder 2005 gearbeitet oder gemacht hast, hat wenig Relevanz für einen zukünftigen Job. Daher kannst du länger zurückliegende Jobs im Lebenslauf zusammenfassen.
Stattdessen konzentrierst du dich auf die letzten zehn bis 15 Jahre, die du ausführlicher im Lebenslauf darstellst. Dazu gibst du vor allem Tätigkeitsschwerpunkte und bei Bedarf Erfolge deiner Tätigkeiten an.
Laut einer Auswertung der Bertelsmann-Stifung könnte das Potenzial der 55- bis 70-Jährigen bis 2035 das Äquivalent von 1,36 Millionen Vollzeitbeschäftigten liefern, wenn Maßnahmen wie der Übergang von Teilzeit zu Vollzeit, Verzögerung der Rente und Wiedereinstieg vor der Rente umgesetzt werden.
Dies könnte den demografischen Rückgang in dieser Altersgruppe fast ausgleichen. Das bedeutet, dass die Jobchancen für erfahrene Menschen steigen.
➤ #8 Weiterbildungsnachweise nach Relevanz auswählen
Bildungs- und Weiterbildungsnachweise, die älter als fünf Jahre sind, sind nicht pauschal wegen des Zeitraums veraltet. Das ist falsch.
Denn von einem Bildungsabschluss oder einem Weiterbildungszertifikat kannst du noch sehr lange profitieren.
Denn es dokumentiert, dass du dir bestimmtes Fachwissen und spezielle Arbeitsmethoden angeeignet hast. Diese Vorteile verschwinden nicht pauschal nach x Jahren.
Natürlich gibt es Weiterbildungen über Software oder rechtliche Sachverhalte, die mit den Jahren veralten. Aber das gilt nicht pauschal.
Daher schickst du auch in einer Bewerbung mit 50 Jahren Nachweise über Weiterbildungen desto eher mit, je länger sie dauerten und je aktueller das vermittelte Fachwissen noch ist.
Das heißt:
Ein Tageskurs zur Software Y von vor drei Jahren ist weniger wert als eine einjährige Weiterbildung von vor fünf Jahren, von der du fachlich noch heute profitierst.
➤ #9 Mit 50 Jahren jederzeit bewerbungsbereit sein
Vielleicht musst du dich mit 50, 55 oder 60 Jahren bewerben, weil du gekündigt wurdest oder weil du gekündigt hast.
In anderen Fällen willst du dich aber auch erst mal übers Bewerben ab 50 Jahren informieren, weil du beruflich unglücklich bist.
Oder du rechnest mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Entlassungen in der nächsten Zeit.
Daher ist es immer gut, wenn du in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten bewerbungsbereit bist. Informiere dich daher intensiv, aktualisiere deine Bewerbungsunterlagen und nimm Weiterbildungen wahr.
So bist du für den Fall der Fälle gewappnet.
Es ist nämlich in der Regel als Über-50-Bewerberin besser, wenn du dich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis bewerben kannst.
Denn je kürzer du arbeitslos bist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf einen fachlich adäquaten Job.
Manchmal erhältst du in Ratgebern zur Bewerbung 50plus den Tipp, dass du als ältere Bewerberin keinen großen Zahlen im Anschreiben nutzen solltest. Denn damit würdest du auf dein Alter hinweisen.
Zum Beispiel mit solchen Formulierungen: „Ich verfüge über 30 Jahre Berufserfahrung in den Bereichen ABC und XYZ.“
Aber wie sinnvoll ist dieser Bewerbungstipp für Ü50-Bewerber?
Wir von bewerbung-forum.de denken: Auch erfahrene Bewerber sollten sich in einer diversen Arbeitswelt nicht verstecken müssen.
Du bist als Bewerberin so alt, wie du bist. Wenn es sich nicht um anonyme Bewerbung handelt, dann erkennt ein Bewerbungsleser doch schnell, wie alt ein Bewerber ist.
Außerdem kannst du Arbeitgeber, die Menschen ab 50 Jahren im Berufsleben diskriminieren, nicht durch Weglassungen oder Argumente überzeugen. Würdest du bei einem solchen diskriminierenden Arbeitgeber arbeiten wollen?
Sicherlich nicht!
Du schreibst deine Bewerbungen immer für diejenigen Arbeitgeber, die Ü50-Bewerber im Bewerbungs- und Einstellungsprozess nicht diskriminieren.
Daher:
Wenn du über viel Erfahrung und Routine verfügst, dann kannst du das auch in einer Bewerbung mit 50 Jahren schreiben.
Aber beachte:
Stelle immer eine zukunftsgerichtete Verbindung zu den Anforderungen der Stelle her. Welchen Nutzen hat der Arbeitgeber von deiner Erfahrung und Routine?
Wenn du das schaffst, dann wirkst du auch im 50plus-Anschreiben überzeugend.
Du musst dich nicht verstecken und kannst es nicht allen Arbeitgebern recht machen!
➤ Stärken von Bewerbern über 50 Jahren
Deine Erfahrung, dein Wissen und deine Persönlichkeit sind wertvolle Ressourcen, die Arbeitgeber suchen
Mit einem Alter von über 50 Jahren bringst du Fähigkeiten mit, die in der heutigen Arbeitswelt häufig unterbewertet werden. Wir von bewerbung-forum.de zeigen dir, wie du deine Stärken optimal ins Licht rückst und so sowohl Personalverantwortliche als auch zukünftige Arbeitgeber überzeugst.
➤ #1 Die Macht der Erfahrung: Verantwortung gezielt positionieren
Mit deinen über 50 Lebensjahren hast du in deinem Berufsleben oft Verantwortung übernommen. Sei es bei der Übernahme neuer Aufgaben, bei der Einarbeitung von Kollegen, in der Leitung von Projekten oder der Führung von Teams.
Warum ist das für Arbeitgeber so wertvoll?
Sie brauchen Mitarbeiter, die nicht nur Aufgaben abarbeiten, sondern Entscheidungen treffen und das Ganze im Blick haben. Deine Fähigkeit, Verantwortung zu tragen, unterscheidet dich von weniger erfahrenen Bewerbern, die noch längst nicht 50 Jahre alt sind.
Ein weiterer Punkt ist deine Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen. Erfahrene Bewerber mit 50, 55 oder 60 Jahren haben oft Krisen gemeistert oder unerwartete Herausforderungen bewältigt.
Du behältst auch in turbulenten Zeiten leichter den Überblick. Das ist wahrscheinlich eine große Stärke von dir. Darüber solltest du dir bewusst sein.
Daher kannst du diese Stärke bei Bedarf in deiner 50plus-Bewerbung angeben oder im Vorstellungsgespräch anhand von Beispielen erläutern.
Der LLWI zeigt, inwieweit Arbeitgeber altersinklusive Praktiken implementiert haben.
Mittels eines detaillierten Fragebogens werden neun Dimensionen bewertet, von Organisationsklima und Führung über Arbeitsgestaltung bis hin zu Übergangsregelungen in den Ruhestand.
Die Ergebnisse dienen als Grundlage, um gezielte Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit erfahrener Mitarbeiter abzuleiten.
➤ #2 Disziplin und Ausdauer: Zuverlässigkeit als Kernkompetenz
Dein beruflicher Werdegang hat dich gelehrt, auch unter Druck durchzuhalten: ob im Büro, im Verkaufsraum, auf der Baustelle, im Fahrerstand, in der Werkstatt, im Labor oder im Klassenraum.
Arbeitgeber brauchen Mitarbeiter, die in stressigen Phasen fokussiert bleiben und ihre Ziele erreichen, ohne sich von Rückschlägen entmutigen zu lassen.
Wir empfehlen dir, diese Stärke im Bewerbungsprozess subtil, aber wirkungsvoll zu platzieren. Natürlich nur, wenn du sie zu deiner herausragenden Stärke zählst.
So kannst du einer deiner Bewerbung ab 50 Jahren Situationen beschreiben, in denen du unter schwierigen Bedingungen gearbeitet hast – etwa bei engen Deadlines oder in Zeiten organisatorischer Umbrüche.
Wichtig ist dabei, dass du nicht nur die Herausforderung schilderst, sondern auch deine Herangehensweise betonst.
Unabhängig davon ist es für dich wertvoll, dass Disziplin und Ausdauer dich als erfahrene Bewerberin auszeichnen. Davon profitierst du auch in anderen Lebensbereichen.
➤ #3 Fachwissen und Expertise: Dein Wettbewerbsvorteil
Deine jahrelange Tätigkeit hat dich zu einer Expertin gemacht: sei es in einem technischen Bereich, im Management oder in der Kundenbetreuung. Dieses tiefgehende Fachwissen hebt dich von anderen ab.
Du bringst nicht nur theoretisches Wissen mit, sondern kannst ebenso praktische Lösungen entwickeln.
Wenn du in einer bestimmten Branche tätig warst, betone dein Verständnis für deren Dynamiken: etwa Trends, Herausforderungen oder Marktbedingungen.
Also: Sei stolz auf dein Fachwissen.
Der Artikel von INQA gibt praxisnahe Empfehlungen, wie erfahrene Arbeitnehmer ihren Erfahrungsschatz optimal nutzen können.
Die Autorin betont, dass lebenslanges Lernen, flexible Arbeitsmodelle und gezielte Gesundheitsförderung essenziell sind, um den Anschluss an neue Technologien zu halten.
Zudem wird die Bedeutung einer offenen Unternehmenskultur hervorgehoben, in der ältere Beschäftigte aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
➤ #4 Mentoring und Wissenstransfer: Kompetenzen gemeinsam steigern
Ein weiterer Vorteil deiner langjährigen Berufstätigkeit ist die Fähigkeit, Wissen effektiv weiterzugeben. Deine Mentorentätigkeit ist ein starkes Argument, wenn es um den internen Wissenstransfer und die Förderung von Nachwuchskräften geht.
Berichte in deiner Bewerbung ab 50 Jahren von konkreten Fällen, in denen du Kollegen erfolgreich begleitet und weitergebildet hast. Diese Kompetenz zeigt, dass du nicht nur fachlich versiert bist, sondern auch ein Gespür für die Entwicklung anderer besitzt.
Arbeitgeber schätzen erfahrene Profis, die jüngere Kollegen fördern und so die Kompetenz im Team steigern.
Überlege:
Wie hast du in der Vergangenheit Wissen geteilt oder andere unterstützt? Das zeigt, dass du nicht nur für dich selbst, sondern auch für den Arbeitgeber Mehrwert schaffst.
➤ #5 Netzwerke als Ressource: Verbindungen strategisch einsetzen
In einigen Berufsfeldern hast du vielleicht ein breites berufliches Netzwerk aufgebaut: von Kollegen über Kunden bis hin zu Branchenexperten. Diese Kontakte sind eine Ressource, die jüngere Bewerber selten bieten können.
Als gut vernetzte Mitarbeiterin über 50 Jahren hast du schneller Zugang zu Informationen, Partnern oder Kunden, sodass du den zukünftigen Arbeitgeber stärkst.
Ein strategischer Ansatz ist, dein Netzwerk als Beweis für deine Relevanz zu nutzen. Personalverantwortliche erkennen den Wert eines Bewerbers, der bereits in der Branche verankert ist.
Wir raten dir ebenso dazu, dieses Netzwerk aktiv in den Bewerbungsprozess einzubinden. Nutze Business-Plattformen wie Xing oder LinkedIn, um mit ehemaligen Kollegen in Kontakt zu bleiben und nach Joboptionen zu suchen.
Gleichzeitig kannst du dein Netzwerk nutzen, um mehr über potenzielle Arbeitgeber zu erfahren: etwa durch Gespräche mit Kontakten, die dort tätig waren. Das verschafft dir einen Wissensvorteil im Vorstellungsgespräch.
In einigen Ratgebern für 50plus-Bewerbungen wird erfahrenen Bewerbern geraten, bestimmte Formulierungen im Bewerbungsanschreiben zu vermeiden.
Dazu gehören zum Beispiel solche Formulierungen wie: „Ich will noch einmal durchstarten.“ oder „Ich bin noch lernfähig.“
Mit der 1. Formulierung würde man als Bewerberin über 50 Jahre angeblich ausdrücken, als hätte man in den vergangenen Jahren nichts gemacht.
Die 2. Formulierung wäre dagegen ein Hinweis darauf, dass ein Ü50-Bewerber sein Fachwissen und seine Berufserfahrung abwerten würde.
Solche Interpretationen sind allerdings sehr gewagt. Unserer zwanzigjährigen Erfahrung nach sind sie sogar hanebüchen.
Denn seriöse Personaler interpretieren nicht einzelne Sätze immer zu Ungunsten von Bewerbern. Das ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels völlig realitätsfremd.
Daher ist der Rat zur Vermeidung solcher Formulierungen pauschal nicht richtig.
Denn:
Lernfähigkeit und Motivation sind in jedem Alter gefragt. Ob du nun 20 Jahre oder 50, 55 oder 60 Jahre alt bist und dich um einen Job bewirbst.
Wir von bewerbung-forum.de empfehlen dir allerdings zwei Dinge:
➤ #1 Lasse Wörter wie „noch“ oder „noch mal“ in den Formulierungen weg. Mit „noch“ vermittelst du nämlich tatsächlich zu viel Selbstunsicherheit.
Und du willst vom „Durchstarten“ schreiben, weil es zu deinem Charakter und deiner Motivation passt? Dann mache das!
Aber du solltest näher darauf eingehen, was das Durchstarten für dich bezüglichen des gewünschten Jobs konkret bedeutet. Dann wird deine Argumentation nachvollziehbarer.
➤ #2 Argumentiere in deinen Formulierungen. Du solltest beispielsweise nicht ausschließlich schreiben, dass du lernfähig bist.
Stelle zusätzlich im Anschreiben klar, wie du deine Lernfähigkeit in den letzten Jahren gezeigt hast, wovon der Arbeitgeber profitieren wird.
Oder gib an, welche Fachkenntnisse du dir für den neuen Job in einer Weiterbildung aneignen wirst.
➤ Zum guten Schluss: Bewerbung ab 50 Jahren
Arbeitgeber suchen keine Lebensläufe, sondern Problemlöser. Deine Aufgabe als Ü50-Bewerberin ist es nicht, dich zu verjüngen.
Stattdessen zeigst du, dass Erfahrung kein Synonym für Starrheit ist, sondern für angewandte Flexibilität. Jede Krise, jede Veränderung, die du gemeistert hast, ist ein Beleg dafür, dass du auch die nächste Wende gestalten kannst – egal, in welchem Job.
Bei deiner Bewerbung mit über 50 Jahren sollte dein Alter keine Rolle spielen, sondern deine fachlichen Argumente. Wenn du das beherzigst, dann wirkst du im Bewerbungsschreiben überzeugend.
Zusätzlich berücksichtige die speziellen Bewerbungstipps für 50plus-Bewerber. Wir von bewerbung-forum.de sind uns sicher, dass du bald deinen gewünschten Job mit voller Freude ausführen wirst. Viel Erfolg!