zukünftige Weiterbildung bei Vorstellungsgespräch erwähnen?

Fragen zum Bewerbungsgespräch und zum Interview: Welche Kleidung ist am besten? Welche Vorbereitung ist nötig? Welche Fangfragen werden gestellt? Wie bekomme ich meine Aufregung in Griff?
Antworten
Ruthenium
Beiträge: 33
Registriert: 16.06.2015, 12:23

zukünftige Weiterbildung bei Vorstellungsgespräch erwähnen?

Beitrag von Ruthenium »

Hallo zusammen

Sorry, wenn ich ein separates Thema eröffne: vielleicht wurde dies schon irgendwo diskutiert, habe es aber nicht gefunden.

Die Situation ist etwas kompliziert zu beschreiben. Mein jetziger AG hat mir von sich aus ein Angebot gemacht, sich bei einem Nachdiplomstudium in der BWL zu beteiligen. Für mich ist das eine gute Chance und ich habe das Angebot angenommen. Wir haben bereits entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Die Anmeldefrist für das Studium läuft in knapp 3 Wochen ab.

Nun ist die Situation in unserer Firma ist überhaupt nicht toll und vor allem unsicher. Deshalb habe ich mich hier und da beworben. In ca 1.5 Wochen bin ich bei einer anderen Firma zum zweiten VG eingeladen.

Daher die Frage: würdet ihr diese anstehende Weiterbildung bei dem Vorstellungsgespräch erwähnen? Wenn ich mich für das Studium anmelden würde, und plötzlich kommt die Zusage? Und der zukünftige AG akzeptiert diese Situation nicht? Oder ich lasse den Termin verstreichen und dann kommt eine Absage? Dann ist das Angebot vom jetzigen AG weg. War jemand schon in einer ähnlichen Situation? Vielleicht würde der mögliche AG das sogar begrüssen. Und ich wäre ja bereit, die Kosten selber zu tragen, nur müsste ich halt 2 Jahre lang an einem Nachmittag pro Woche fehlen....

Vielen herzlichen Dank im Voraus für Eure Meinungen
Grüsse
cre
Bewerbungshelfer
Beiträge: 261
Registriert: 22.06.2016, 20:11

Beitrag von cre »

Würde ich nicht verheimlichen, sondern durchaus ansprechen. Allerdings solltest du nicht sofort erzählen das dein alter AG das zahlt weil dein neuer AG dann davon ausgehen könnte das du von ihm das selbe erwartest. Aber erzähle auch nicht, dass du es auch alleine finanzieren würdest, da du dir damti die Chance nimmst das dein neuer AG was dazu gibt.

Erkläre einfach nur, dass dir die Chance gegeben wird dieses Studium zu machen, das du dadurch eben einen Nachmittag fehlen würdest und lass die ganze, finanzielle Sache offen.
Benutzeravatar
FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12148
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Re: zukünftige Weiterbildung bei Vorstellungsgespräch erwähn

Beitrag von FRAGEN »

Ruthenium hat geschrieben:Mein jetziger AG hat mir von sich aus ein Angebot gemacht, sich bei einem Nachdiplomstudium in der BWL zu beteiligen. Für mich ist das eine gute Chance und ich habe das Angebot angenommen.

Ruthenium hat geschrieben:Nun ist die Situation in unserer Firma ist überhaupt nicht toll und vor allem unsicher.
Diese Aussagen bringe ich für mich nicht so richtig übereinander. Was genau meinst Du mit der "nicht tollen" Situation der Firma im Ganzen und Deiner persönlichen "Unsicherheit" im Speziellen?

Ich hätte den ersten Satz spontan so aufgefasst, dass zumindest DEINE Situation da momentan kaum besser sein könnte?!? Ist Dir klar, wie ungewöhnlich es ist, dass Mitarbeiter aus dem Nichts heraus solch ein Angebot erhalten? Man muss dort eine Wahnsinnsmeinung von Dir haben und definitiv noch Jahre in die Zukunft mit Dir planen. Ansonsten käme man nicht auf solch eine Idee... die in Deinem Fall ja anscheinend auch noch ohne irgendwelche "Sicherheitsvereinbarungen" für den Arbeitgeber getroffen wurde. Einfach nur bezahlt, weil man von Deinem Potential für die Firma überzeugt bist. Gut möglich, dass Du so etwas bis zur Rente nicht noch einmal erlebst...
BlackDiamond
Bewerbungshelfer
Beiträge: 656
Registriert: 12.06.2016, 13:37

Beitrag von BlackDiamond »

Das finde ich auch bzw. ich hab mich auch schon gefragt, was die Aussage sollte. Finanzielle Schwierigkeiten des AG liegen wohl kaum vor, sonst gäbe es ja dieses Angebot nicht.

Ich finds ja auch ziemlich schofelig, ein solches Angebot anzunehmen, den entsprechenden Vertrag zu unterzeichnen und dann noch weiter zu gucken, ob sich nicht noch was Besseres findet. Erinnert mich ein wenig an "Schatz, natürlich nehme ich deinen Antrag an" - dass ich mich nebenher noch nach einem Besseren umsehe, sage ich ihm einfach nicht, denn eigentlich stören mich einige Dinge an ihm, aber wenn ich nichts besseres finde, heirate ich ihn halt, besser als nichts ist er allemal.
cre
Bewerbungshelfer
Beiträge: 261
Registriert: 22.06.2016, 20:11

Beitrag von cre »

Ich finds ja auch ziemlich schofelig, ein solches Angebot anzunehmen, den entsprechenden Vertrag zu unterzeichnen und dann noch weiter zu gucken, ob sich nicht noch was Besseres findet. Erinnert mich ein wenig an "Schatz, natürlich nehme ich deinen Antrag an" - dass ich mich nebenher noch nach einem Besseren umsehe, sage ich ihm einfach nicht, denn eigentlich stören mich einige Dinge an ihm, aber wenn ich nichts besseres finde, heirate ich ihn halt, besser als nichts ist er allemal.
Sorry Leute, aber warum schwingt ihr hier jetzt die Moralkeule? Wir kennen die Situation doch gar nicht genauer. Vielleicht geht die Firma ja finanziell auf dem Zahnfleisch und das in den Größenordnungen, dass diese Beteiligung keinen Unterschied mehr macht. Und wenn sie dann dicht macht, nützt der schönste Vertrag auch nichts mehr.
Oder der Chef und die Kollegen sind eigentlich A*** und das ist einfach nur eine Möglichkeit wie er den AN in eine Abhängigkeit führen will ala "Ich habe dir das und das bezahlt, also tust du gefälligst auch jenes."

Einen Vergleich zu einer Ehe finde ich vollkommen daneben, denn letztlich muss man im Arbeitsleben erstmal an sich selber denken.

Fakt ist ds Ruthenium anscheinend seine Gründe dazu hat einen Wechsel ins Auge zu fassen und die Frage war ja nunmal nicht ob das moralisch verwerflich ist (was wir auch gar nicht beurteilen können, ob der vorliegenden Informationen) sondern ob er es im VG ansprechen soll.
BlackDiamond
Bewerbungshelfer
Beiträge: 656
Registriert: 12.06.2016, 13:37

Beitrag von BlackDiamond »

cre hat geschrieben:...denn letztlich muss man im Arbeitsleben erstmal an sich selber denken.
Muss man das? Oder hat man auch Werte, wie beispielsweise Integrität und hält sich an Vereinbarungen? Man kann keine Werte an Situationen anpassen, dann sind es keine.
Gilt das mit dem "man muss zuerst an sich denken" eigentlich auch für den Arbeitgeber, fändest du das auch okay, wenn der sich nicht an schriftliche Vereinbarungen hält? Lass mich raten: nein. Sowas nennt man dann Doppelmoral.
Fakt ist ds Ruthenium anscheinend seine Gründe dazu hat einen Wechsel ins Auge zu fassen und die Frage war ja nunmal nicht ob das moralisch verwerflich ist (was wir auch gar nicht beurteilen können, ob der vorliegenden Informationen) sondern ob er es im VG ansprechen soll.
Dazu hätte der TE ja was sagen können. Kam aber nichts, übrigens auch kein Danke.

Und hier dürfen nur Fragen beantwortet werden und sonst nichts? Daran hältst du dich selber doch auch nicht. Komisch, auch da misst du mit zweierlei Maß.

Egal, ich werde auch weiterhin schreiben, was ich denke, du sicher auch und gut ists.[/quote]
cre
Bewerbungshelfer
Beiträge: 261
Registriert: 22.06.2016, 20:11

Beitrag von cre »

Muss man das? Oder hat man auch Werte, wie beispielsweise Integrität und hält sich an Vereinbarungen? Man kann keine Werte an Situationen anpassen, dann sind es keine.
Gilt das mit dem "man muss zuerst an sich denken" eigentlich auch für den Arbeitgeber, fändest du das auch okay, wenn der sich nicht an schriftliche Vereinbarungen hält? Lass mich raten: nein. Sowas nennt man dann Doppelmoral.
Ich sage nicht, dass es vollkommen ok ist. Aber Ruthenium sprach auch von schwierigen Bedingungen. Und, in dubio pro reo, scheinen sie hier ja so schwerwiegend zu sein, dass er wirklcih über einen Arbeitgeberwechsel nachdenkt. Immerhin ist er ja auch bereit dafür die finanzielle Einbuße hinzunehmen, das er den Kurs aus eigener Tasche bezahlen muss.
Dazu hätte der TE ja was sagen können. Kam aber nichts, übrigens auch kein Danke.
Er sprach doch von schwieriger Situation und mangelnder Arbeitsplatzsicherheit. Zumindest aus meiner Sicht, ist die Sache damit hinreichend begründet.
Das kein Danke kam steht auf einen anderen Blatt, aber da ich nicht hauptberuflich Hellseher bin, konnte ich das ja nun nicht voraus sehen.

Und hier dürfen nur Fragen beantwortet werden und sonst nichts? Daran hältst du dich selber doch auch nicht. Komisch, auch da misst du mit zweierlei Maß.
Würde mir ja nie erlauben zu bestimmen was hier erlaubt ist und was nicht. Ist ja nicht mein Forum, wenn es das wäre würde ich jeden User bannen dessen Nickname mich nicht zumindest entfernt an Himbeerkompott erinnert. Ich stellte lediglich die Frage wieso ihr die Moralkeule schwingt, gefolgt von einer Argumentation wieso ich das nicht Angemessen finde (hierbei nehme ich Bezug auf den Punkt der in meinen AUgen hinreichenden Begründung der Frage). Nicht mehr und nciht weniger?
Egal, ich werde auch weiterhin schreiben, was ich denke, du sicher auch und gut ists.
Bei allen Geistern, würde ich auch gar nicht anders wollen. Oder habe ich dir Repressalien angedroht, wenn du das in Zukunft weiterhin tust?

PS. Jahrelange Erfahrung in Spitzfindigkeiten, nehmt es mir nicht übel :wink:
Ruthenium
Beiträge: 33
Registriert: 16.06.2015, 12:23

Beitrag von Ruthenium »

Hallo zusammen

Erstmal, vielen herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich habe komischerweise keine Benachrichtigungen über Eure Antworten in meinem Thema, wie üblich per Email erhalten und am Samstag war nur noch eine Antwort, für welche ich mich heute bedanken wollte. Also vielen herzlichen Dank

Also eins nach dem anderen: dieses Angebot des nehme ich selbstverstädnlich als ein Zeichen der Wertschätzung wahr. Ich bin seit 5 Jahren in der Firma und habe über Jahre gute Leistung gebracht. Vielleicht hatte ich bei manchen Aspekten meiner Arbeit viel Gluck, aber ich habe wirklich sehr viel gearbeitet, unzähligen Überstunden geleistet (die nach meiem Vertrag übrigens nicht vergütet werden) und meine Projekte wirklich mit viel Herzblut gemacht, aber ohne viel Rückhalt von meinen VG. Oft stand ich allein im Regen da, aber jetzt bin ich natürlich dafür irgendwie dabkbar, dass meine Leistung so honoriert wird.

Nur ist es so, dass ich im operativen Bereich tätig bin (leite ein Produktionsteam). Unsere Projekte laufen aus, es gibt keine neuen Produkte und keine neuen Kunden. Ausser dieses Angebot hat mir mein AG überhaupt nicht wissen lassen, wie es zB mit mir weiterläuft, falls die Abteilung in ca 2 Jahren aufgelöst wird. Es werden bei uns auch langjährige MA entlassen: Menschen, welche seit 30 Jahren im Betrieb sind, werden einfach ohne viel um den heissen Brei zu redden, vor der Tür gesetzt (in der Schweit geht das schnell: es gibt kein Kündigungsschutz, kein Betriebsrat, nichts). Die Umsätze sind stark rückgängig, und wenn ich mir keine Sorgen wegen meiner Zukunft gemacht hätte, hätte ich mich nicht woanders beworben.

Zusätzlich gibt es noch 2 weiteren Aspekte:

1. Wie ihr schon wahrscheinlich verstanden habt, lebe ich und arbeite in der Schweiz. Wegen der Euro-Schwäche hat sich der Schweizer Franke stark aufbewertet, die Exportindustrie leidet enorm. Diese neue Vakanz würde mir eine Chance bieten, in der Pharma Branche den Fuss zu fassen. Das ist fast einzige Branche in der CH, welche noch wächst und im grossen Stil die MA rekrutiert. Wenn man aber über keine Pharma-Erfahrung verfügt, es ist brutal schwer reinzukommen.

2. Ich finde, ich habe mich in meiner Position weiterentwickelt und meine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Und wenn ich offen bin, möchte ich mich noch weiter entwickeln. Dies habe ich meinem AG signalisiert. Eine konkrete Antwort habe ich nicht bekommen. Unsere schwierige Sitution ist übrigens nicht alleine auf die Währungssituation zurückzuführen: meiner Meinung nach daran ist zu einem sehr grossen Teil ein sehr schwaches und unprofessioneles Management schuld. Und was passiert jetzt? Da wird wieder das "Fussvolk" entlassen. Alle Manager bleiben weiterhin. Obwohl es in der Firma fähigere MA gäbe, die einfach keine Chance bekommen.

Und nochmals: ware ich um meine Zukunft so sicher, hätte ich natürlich nicht weiter gesucht.
Ruthenium
Beiträge: 33
Registriert: 16.06.2015, 12:23

Beitrag von Ruthenium »

Sorry, die letzte Message war etwas lang.

BlackDiamand, vielleicht hast Du an einigen Aspekten Recht und mein Verhalten kann einem auf den ersten Blick egoistisch und nicht integer genug zu sein scheint. Aber darf ich auch sagen, dass Deine Sichtweise ein wenig naiv ist? Vielleicht hast Du so ein Gluck, dass Du nie mitbekommen hast, dass Deine Kollegen schlecht und unfair behandelt wurden?

Leider habe ich eins gelernt: ja, man muss irgendwie nicht zuletzt an sich denken. Ich habe oft miterlebt, dass die langjährigen MA gut behandelt wurden, solange man in sie ein Nutzen sah. Wenn dieses Nutzen von den VG nicht mehr so vorhanden wie früher zu sein schien, wurde es mit diesen Menschen überhaupt nicht zimperlich umgegangen. Das ist das moralische Aspekt, welches Du angesprochen hast.

Ich nehme an, in Deutschland ist es etwas anders. Aber hierzulande kommt es manchmal so vor: kommt ein Chef, ihm passt Deine Nase nicht und rasch wirst Du vor der Tür gesetzt. Dabei hast Du nur Deine Kündigungsfrist (oft nur 1-2 Monate, maximal 2 Mo), keine Entschädigungen, kein Kündigungsschutz etc. Zum Gluck ist der Arbeitsmarkt hierzulande etwas flexibel und eine ausgesprochene Kündigung ist kein "Todesurteil". Aber die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zum Teil wegen der Personenfreizügigkeit der EU ist sehr, sehr gross.

Eine lebenslange Beschäftigungsgarantie in der Firma habe ich leider nicht. Und in der Schweiz kann man auch ruhig absagen, wenn man ein Angebot in der Tasche von einem potenziellen AG hat. Es ist normal hier.

Natürlich ist es auch nicht alles so schlechtm in unserer Firma, wie ich das beschreibe. Ich schätze mein Team sehr. Aber wenn es so weiter geht, muss ich dann den MA, welche wirklich einen sehr guten Job gemacht haben, Kündigungen aussprechen. Dies ist für mich eine nicht so rosige Persektive, muss ich sagen. Und schliesslich der potenzielle AG hat sich noch nicht für mich entschieden. Man wird also sehen.
Zuletzt geändert von Ruthenium am 05.07.2016, 17:03, insgesamt 1-mal geändert.
Ruthenium
Beiträge: 33
Registriert: 16.06.2015, 12:23

Beitrag von Ruthenium »

Und dazu kommt noch, die erwähnte Vereinbarung bestimmte Punkte enthält, wodurch sich der AG absichert, falls ich das Unternehmen zu "frühzeitig" verlassen soll: im ersten Jahr nach dem Abschluss muss man die ganze Summe, die in eine Weiterbildung vom AG investiert wurde, zurückzahlen, und dann regressiv: je länger man im Únternehmen bleibt, desto weniger muss man dann zurückzahlen, falls man aus der Firma innerhalb von 3 Jahren nach dem Abschluss freiwillig ausscheidet. Es ist somit nicht so, dass der AG bezahlt es für mich und dann gehe ich einfach, ohne Danke zu sagen.
Antworten