Durchhaltetaktiken

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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pappel
Beiträge: 35
Registriert: 15.06.2014, 11:44

Durchhaltetaktiken

Beitrag von pappel »

Hallo!
Mich würde mal interessieren, wie Ihr, die Euch ebenso erfolglos bewerbt, Euch motiviert, weiter zu machen. Ich bewerbe mich nun schon seit einem Jahr und es kommt einfach nichts Anständiges dabei raus - Absagen über Absagen. Es gibt Phasen, an denen ich völlig deprimiert bin und denke, dass eh alles sinnlos ist. Dann hab ich halt eine höhere Bildung und würde auch gerne meinem gelernten Beruf nachgehen - Pech, bringt mir auch nichts. Mein Selbstbewusstsein ist dann extremst im Keller.
An anderen Tagen schreibe ich ganz viele Bewerbungen und bin plötzlich motiviert. Aber das hält nicht so lange. Ich versuche, mir dann immer einzureden, dass es sich hier ja nur um einen Bruchteil meines Lebens handelt und nunmal eine blöde Phase ist, die es zu überwinden gilt. Aber das klappt leider auch nicht so optimal :D

Wie macht Ihr das? Schafft Ihr es, Euch selbst immer wieder aufzurappeln, sprechen Euch Eure Freunde Mut zu? Oder hat Ihr die Hoffnung schon längst aufgegeben, weil man einfach nicht wissen kann, was Personaler wollen?

Würde mich sehr interessieren :)

Viele Grüße!
mupfy
Beiträge: 72
Registriert: 17.10.2013, 16:01

Beitrag von mupfy »

Hallo pappel,
ich hatte tatsächlich zwischendurch aufgegeben, habe mit depressiven Verstimmungen gekämpft (so mit gar nichts mehr hinkriegen und so), mein Selbstwertgefühl hat extrem gelitten und ich habe Gefühle entwickelt, die ich weder vorher noch nachher hatte: Neid.


Geändert hat sich etwas, als ich akzeptiert hatte, dass es Zeiten gab, in denen die Motivation nicht da war und es eh nichts gebracht hätte, sich zu bewerben. Ich habe dann sehr darauf geachtet JEDEN Tag etwas Schönes zu machen. Und zwar nicht als Belohnung, sondern einfach, weil es gut für mich war. Unterstützung und Halt von Familie und Freunden waren auch für mich wichtig – aber auch, dass das Thema Arbeitslosigkeit eben nicht Dauerthema war.

Für mich war es dann so, dass die unmotivierten Auszeiten kürzer wurden und die motivierten Zeiten effektiver. Ich glaube das war so, weil ich wieder das Gefühl hatte, meine Zeit gut zu nutzen und nicht dazusitzen und irgendwas am Rechner zu machen, nur um die „Bewerbungszeit“ abzusitzen.

Ich weiß nicht, ob diese Methode für jeden richtig ist.

Eine gute Zeit
mupfy
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FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12148
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Beitrag von FRAGEN »

Mal etwas ganz Anderes, pappel:
pappel hat geschrieben:An anderen Tagen schreibe ich ganz viele Bewerbungen
Meinst Du das wirklich wörtlich so, wie es da steht? Du schreibst MEHRERE komplette Bewerbungen an EINEM Tag? Ich halte es für ausgeschlossen, dass sich mehrere erfolgversprechende Bewerbungen in solch einem Zeitraum verfassen lassen. Vielleicht liegt da (in Deinem Fall) bereits die Quelle des Problems. Wenn Du möchtest, kannst Du ja einmal (in einem anderen Thread) ein typisches Ergebnis solch eines Tages zur Diskussion stellen.

Wobei mir klar ist, dass das an Deiner Frage vorbei geht. Ich habe es hier hauptsächlich deshalb geschrieben, weil eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einem konkreten Bewerbungsvorhaben m. E. tatsächlich auch eine gute Art ist, seinen "Bewerbungstag" zu gestalten, ohne dabei "Zeit abzusitzen", wie mupfy gerade so schön sagt.

Wenn man z. B. die Schwerpunkte eines Wunschunternehmens kennt, kann man ja mal in einen gut sortierten Buchladen gehen und in entsprechenden Fachbüchern oder -zeitschriften blättern. Vielleicht sogar etwas davon kaufen (oder in einer Bibliothek leihen). Das bringt die Gedanken in die richtige Richtung, ohne sie allzu sehr auf das reine Anschreibensthema zu verengen.

Je nachdem, um was für eine Art von Betrieb es geht, kann man ja vielleicht auch einfach mal dort vorbei gehen, um sich ein wenig umzusehen... ein Gefühl dafür zu bekommen, was für Leute dort arbeiten, welcher Art die Kundschaft ist, welche Dinge (soweit sichbar) sie als wichtig erhalten. Jedes Detail kann den Unterschied machen... und man sitzt nicht blöd zuhause rum... ;-)

"Zerstreuung mit Sinn" liegt natürlich auch in "Szene-Veranstaltungen" aller Art... irgendwelche branchenbezogenen Messen, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen oder was auch immer. Sich gedanklich innerhalb seines Wunsch-Kosmos zu bewegen, ist m. E. generell gut... und trägt auch stark zu überzeugenden Formulierungen in Anschreiben bei... wenn die denn auch mal wieder an der Reihe sind.

Man muss dafür übrigens gar nicht zwingend vor einer Tastatur sitzen. Ich schreibe andauernd irgendetwas... und habe deshalb auch immer Kuli und Papier dabei. Es ist doch zum Beispiel immer wieder ganz erstaunlich, was einem so alles im Zug einfällt, wenn man eigentlich an gar nichts denkt. Der Zug ist fast so gut wie die Dusche... wobei die vom Notizen-Standpunkt wirklich tricky ist... ;-)
pappel hat geschrieben:Oder hat Ihr die Hoffnung schon längst aufgegeben, weil man einfach nicht wissen kann, was Personaler wollen?
Die "Hoffnung" aufzugeben wäre m. E. die falsche Konsequenz. Das, was man aufgeben sollte, ist der Versuch, deren (in der Tat nicht wissbare... und auch individuell stark unterschiedliche) Wünsche vorwegnehmen zu wollen...
wiederbewerber
Beiträge: 6
Registriert: 18.05.2014, 01:28

Beitrag von wiederbewerber »

Hallo pappel,

also krass ist es, wenn mal gefühlte zwei (?) Wochen nix passiert..keine tel. Nachfrage von AG's wegen der Bewerbung oder auch keine simple maileingangsbestätigung..

ich habe mir mal selbst ein gutes Gefühl verschafft, indem ich die Gestaltung des LL überdacht und auch leicht veränderte..bzw. das Layout 'erfrischte' und
versuchte mich in das Auge eines Personalers zu versetzen bzw. schlicht in eine Person, die die Unterlagen nicht kennt.
Verwendete sozusagen 'neue' Unterlagen.

Ein mieser Tag zeigt sich z.B. wenn du dir einen simplen Anruf bei einem Stellenangebot vornimmst um zu erfragen ob das Angebot noch aktuell ist
bzw. es noch was bringt, die Bewerbung einzureichen und du dich nicht aufraffen kannst, diesen Anruf zu machen oder denkst, der Anruf kommt zu spät.

Also es sind -so wie auch mupfy meint- schon ein paar saublöde Tage dabei. Da wird man dann schon bei alltäglichen Handlungen unsicher oder vorsichtig,
die ansonsten 'ohne großartig Nachdenken' erledigt werden.[/b]
pappel
Beiträge: 35
Registriert: 15.06.2014, 11:44

Beitrag von pappel »

Hallo, danke für Eure Antworten, die ich sehr interessant fand :) Ich denke (wie Fragen auch sagt), dass ich mich tatsächlich in irgend einer Art und Weise nicht effektiv genug beworben hatte und deshalb auch so viele Absagen hatte und eben auch deprimiert war. Vor allem aber hat mir diese Ausweglosigkeit, nicht aus meinem Job zu kommen, sehr zugesetzt. Ich hab da einfach gekündigt und innerhalb der 4 Wochen Kündigungsfrist einen neuen Job gefunden, sodass ich nahtlos den Job wechseln konnte. Auch wenn man dazu neigt, sich in Hoffnungslosigkeit zu verlieren und aufzugeben, sollte man das tatsächlich nicht tun - wie ich ja selbst festgestellt habe...ich wünsche allen weiterhin gaaanz viel Erfolg bei der Jobsuche! Und vielen Dank :)
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