Ein duales Studium war genau das, was ich nach dem Abi auch unbedingt machen wollte. Um mit meinem Abi-Schnitt von 2,8 einen Platz zu bekommen, habe ich mich wirklich abgeracktert, mich über ein Jahr im Voraus beworben, war bei Assesment Centern und Einstellungstests und habe mir wirklich die größte Mühe gegeben, weil es genau mein Ding war.
Dann habe ich eine einzige Zusage bekommen (hatte um die 100 Bewerbungen geschickt). Bei dieser Firma habe ich dann auch angefangen und war wirklich froh drüber, weil ich, so schien mir, die beste Firma der Welt hatte. Ich hab so ziemlich am meisten verdient, im Vergleich zu meinen Kommilitonen, meine Firma hat Bücher und Studiengebühren gezahlt sowie ein Hotelzimmer am jeweiligen Einsatzort.
Alles schön und gut
Jedoch hat es sich schnell geändert. Ich bin durch einige Klausuren gefallen, obwohl ich soviel gelernt hab pro Semester wie wohl die ganzen 13 Jahre bis zum Abitur nicht. Durch das Nachschreiben kam ich dann mit dem aktuellen Stoff nicht mehr hinterher und es begann ein Teufelskreis.
Ich habe 4 Semester studiert und dann abgebrochen. Der Grund: ich hatte heftige psychische Probleme, musste Antidepressiva nehmen und hab ne Therapie gebraucht.
Ich bin kein Einzelfall, eine gute Freundin von mir hatte nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen BA-Studium ebenfalls psychische Problem. Sie ist seit 2007 fertig und leidet aber immer noch darunter.
Deswegen mein Rat an dich: überleg dir wirklich gut, ob du dir das zumuten willst und kannst. Es wird keine einfache Zeit werden.
Solltest du dich jedoch für ein duales Studium entscheiden, wünsche ich dir alles alles Gute und viel Erfolg.
Mein Beitrag soll dich nicht von deiner Entscheidung abhalten, allerdings will ich dir diese Erfahrung nicht vorenthalten.
Meine Fachrichtung war "Spedition, Transport und Logistik", jedoch ist der Stress in den einzelnen Fachrichtungen sehr ähnlich (besagte Freundin studierte Wirtschaftsinformatik), von daher denke ich, ich kann allgemein für den Bereich Duale Hochschule sprechen.